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Über Intelligenzen

  • Autorenbild: Lynn Blattmann
    Lynn Blattmann
  • vor 5 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
Alle reden von künstlicher Intelligenz, ich lerne gerade zeichnen
Alle reden von künstlicher Intelligenz, ich lerne gerade zeichnen

Vor wenigen Jahren kam das Wort disruptiv in Mode, dann folgte die künstliche Intelligenz und wir staunen seither, was diese neue Technologie alles kann. Wobei staunen übertrieben ist, wir stehen starr vor Angst vor den täglichen News zu dieser Revolution.

Zugegeben wir freuen uns auch wenn uns Chat GPT bei einem öden Konzeptlein hilft, oder eine Rekursschrift hinpfeffert, die so juristisch klingt, dass sie nicht von uns sein kann. Aber dahinter hockt die Angst: Wir erwarten bang eine Massenarbeitslosigkeit, einen Börsencrash, eine Energie- und eine Wirtschaftskrise und fühlen uns einmal mehr total ausgeliefert. Es ist als ob unsere eigene Denkfähigkeit durch die potenten allwissenden Maschinen und Allesfresser punkto Daten schon vorauseilend ausgeschaltet würde.


Neue Technologien hatten schon immer die Eigenschaft, dass sie anfänglich die Menschheit eher geisselten als wirklichen Nutzen zu bringen, die Anfänge der industriellen Revolution brachten wenigen Unternehmern grossen Reichtum, aber für die Masse folgten sklavenähnliche Zustände in den Fabriken. Es dauerte Jahrzehnte bis die Innovationen in Wohlfahrt umgewandelt werden konnten.


Zu Beginn der Digitalisierung wurde wenig über das Mensch-Maschinen Interface nachgedacht. Anfänglich wurden wir geplagt mit unsinnigen Befehlen in MS Dos und mit Floppy Disks, die formatiert werden mussten. Das ist alles vorbei, die digitale Welt ist benutzerfreundlicher geworden und die meisten sind heute mit der Digitalisierung einigermassen versöhnt. Oder möchten Sie wirklich wieder mit einer analogen Schreibmaschine schreiben, oder mit dem Postbüchlein in der Hand am Schalter stehen um Rechnungen zu bezahlen?


Was jetzt punkto künstliche Intelligenz auf der Welt passiert, ist wahrscheinlich tiefgreifender noch als die Digitalisierung. Ich denke aber, wir werden die Neuerungen nicht schadlos überstehen wenn wir uns ducken und uns allzu unkritisch verhalten. Dann werden uns die neuen KI Maschinen zurechtstutzen, klein machen, oder gar vernichten.


Künstliche Intelligenz kann lebensgefährlich werden, wenn sie beispielsweise für die Produktion oder Programmierung von biologischen und anderen Waffen eingesetzt wird, sie kann unseren Wohlstand bedrohen weil viele AI Firmen aktuell massiv überbewertet sind, was zu einem Crash und zu einer Wirtschaftskrise führen kann, was uns alle ärmer macht. Und sie kann unsere Erwerbsarbeit öde und langweilig machen, weil wir sie über uns bestimmen lassen.


Das Gute ist; wir haben eine eigene Intelligenz, und was noch viel wichtiger ist, wir haben unsere ureigene Kreativität, die uns einmalig macht. Diese wird angesichts der scheinperfekten geleckten und oft uninspirierten und langweiligen Ergebnissen der AI Maschinen in Zukunft aufgewertet werden.

Die AI kann uns nur Nutzen bringen wenn wir sie kreativ einsetzen, wenn wir ihr klare Grenzen setzen und wenn wir das strategische Denken weiterhin selbst übernehmen. Künstliche Intelligenz besteht aus Maschinen, wir sind lebendig.


So gesehen, kann uns die neue Technologie sehr viel bringen, sie kann uns Arbeiten abnehmen, sie kann Prozesse vereinfachen, sie kann uns sogar inspirieren, denn sie generiert oft Ergebnisse, auf die wir selbst nicht gekommen wären. Und sie lehrt uns fast täglich wieder das Staunen und bringt uns so weiter.


Seit den 90er Jahren standen wir in der Arbeitswelt unter dem Diktat der Professionalisierung, wir mussten lernen, in unzähligen Themen professionell zu werden. Viele Angestellte wurden unter diesem Druck zu seelenlosen Managern, die versuchten, möglichst wenig Fehler zu machen und den Vorgaben des Qualitätsmanagements immer perfekter zu entsprechen. Ein grosser Teil dieser Professionalisierung kann nun der KI abgegeben werden, sie programmiert, prüft, schreibt Berichte, wertet aus. Bei uns werden in der Folge wichtige Ressourcen frei. Wir haben dadurch nicht unbedingt mehr Zeit für unsere Kreativität, oder um uns Hintergrundwissen anzueignen, damit wir Zusammenhänge besser verstehen oder für emotionale und persönliche Weiterentwicklung, aber wir sollten sie uns bewusst nehmen. Denn da unterscheiden wir uns noch von der KI.


Mich inspirieren die aktuellen Entwicklungen dazu, meine Kreativität bewusst anders zu pflegen und zu fördern. Darum besuche ich gerade einen Kurs im Zeichnen. Zeichnen bietet einen unmittelbaren Zugang zum ureigenen Denken. Zum Zeichnen reicht ein Bleistift und ein Blatt Papier. Zeichnen erdet augenblicklich und es fokussiert wohltuend. Man soll den Strich flattern lassen meint unsere Dozentin, aus einzelnen Strichbündeln entstehen Kreuzungspunkte und das menschliche Hirn macht so aus relativ ungenauen Skizzen in Sekundenbruchteilen ein Bild.

Eine künstliche Intelligenz könnte das mit so wenigen Informationen nie.




Nachtrag: Wir zeichnen nach der Methode von https://sketchanddraw.com, wer wissen will, ob er oder sie die Methode verstanden hat und gut anwendet, kann sein Bild auf eine speziell trainierte Chat GPT Seite hochladen und bekommt eine detaillierte Einschätzung der Zeichnung nach den Gesichtspunkten von Sketch and Draw...




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