Happy Valley...
- Lynn Blattmann

- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Es gibt immer weniger Zeitungen, die wirklich gute Reportagen schreiben, dafür gibt es Serien, die derart unter die Haut gehen, dass man sich lange nicht davon erholt. Eine solche Serie ist "Happy Valley", eine Polizeiserie die in einer Kleinstadt in Mittelengland spielt, also dort wo die Industrie längst abgewandert ist und stattdessen der Drogenhandel und die Gewalt alltäglich geworden sind.
Cathrine Cawood, die Detektivin in der Hauptrolle ist eine typische Bewohnerin der Gegend.
In der ersten Folge der ersten Staffel stellt sie sich bei einem Einsatz einem sturzbetrunkenen Jugendlichen, der sich bereits mit Benzin übergossen hat und nun mit dem Feuerzeug hantiert, in lakonischem Ton folgendermassen vor:
“I’m Catherine, by the way! I’m forty-seven, I’m divorced, I live with my sister - who’s a recovering heroin addict - I have two grown-up children. One dead and one who doesn’t speak to me. And a grandson!"
Die Serie ist rauh, die Zustände sind elend. Die Dialoge sind grossartig und die Hauptdarsteller sind von derart hervorragender Qualität, dass es nicht erstaunt, dass die gute alte BBC die Serie verantwortet.
Die Serie umfasst 3 Staffeln à 6 Episoden und wurde bereits 2014 bis 2023 abgedreht.
Ich gebe zu, ich habe die Serie bereits vor vier Jahren geschaut. Aber nie mehr vergessen seither.
Gestern bemerkte ich, dass sie auf der Arte TV App zum Streamen bereit steht.
Klar, Serien sind nicht für Jedermann. Sie interessieren sich nicht für Serien, sie mögen keine Gewalt? Kann ich verstehen, ging mir auch so. Aber ich liebte Charles Dickens und seine Gesellschaftsbeschreibungen und mich interessiert, wie Menschen in schwierigen Situationen agieren.
Ich habe jedenfalls die erste Folge der ersten Staffel gestern Abend nochmals angeschaut und ich war wieder tief berührt davon. Vielleicht geht es Ihnen ja anders, oder der Aspekt der Sozialreportage reicht Ihnen, dann wüde ich nach der ersten Folge aufhören.
Vielleicht ergeht es Ihnen aber auch wie mir: ich muss weiterschauen.









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