• Lynn Blattmann

Die Geschichte hinter unserem Food


Was wir essen, wie wir essen, wann und auch mit wem wir essen hat viel mit unserer Geschichte und Kultur zu tun. Nicht immer war unsere Küche so fleischlastig wie heute. Gebratene Tiermuskeln waren noch zur Zeit meiner Grossmutter ein Highlight auf dem Teller, das man sich besonders am Sonntag in Form eines Bratens gönnte, der nicht nur die Mägen füllte, sondern auch das ganze Haus beduftete. Heute sind Braten dermassen aus der Mode gekommen, dass viele gute Köchinnen noch nie einen aufgetischt haben.

Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich begonnen, einen Foodblog zu schreiben www.well-off.ch . Als passionierte Köchin, Geniesserin und Historikerin wollte ich den gängigen parareligiösen Essensregeln einige Tranchen Geschichte entgegenstellen. Mich interessierte, warum in der Schweiz der Cervelat zur Nationalwurst wurde, warum die erste erfolgreiche Fernsehsendung in Deutschland eine Kochsendung war oder wie uns das Suppenessen immer wieder über hungrige Zeiten hinweggeholfen hat.

Nach den ersten paar Geschichten war ich von meiner Idee so begeistert, dass ich begann, mehr als einen Beitrag pro Woche zu posten. Ich experimentierte mit dem Format des Podcasts, oder der historischen Comedy als V-cast.

Meist beschäftigte mich ein Thema vorher tagelang. Ich begann, jede freie Minute zu nutzen, um zu surfen und mehr Informationen zu sammeln, ich stöberte in Antiquariaten und stockte meine Bibliothek mit historischen Kochbüchern auf.

Rasch gewann ich auch einige regelmässige Leserinnen auf dem Blog. Sie liessen mich wissen, wie das Egg Bénédict geworden war, das ich als ultimatives Brunchgericht gepostet hatte und ob ihr Sauerteig auch wirklich aufgegangen war. Am meisten Feedback, Ermunterung und Klicks bekam ich jeweils für die Rezepte. Eine simple Anleitung für Spaghetti al Limone hatte hunderte Leserinnen und Leser angezogen, während ein gut recherchierter Beitrag über den Beginn der Kantinenverpflegung nur auf einige Dutzend Interessenten stiess.

Da ich gelesen hatte, dass ein Blog heute ohne soziale Medien nicht wirklich funktionieren kann, richtete ich ein Facebook und ein Instagram Konto ein. Dort bekomme ich zwar einige Likes und hin und wieder schreibt sich sogar einer auf der Mailingliste des Blogs ein, aber der Durchbruch ist mir trotz Kurzvideo noch nicht gelungen.

Immer noch träume ich davon, etwa 1000 bis 2000 regelmässige Leserinnen und Leser zu haben. Ich weiss, dass es sie gibt da draussen. Menschen, die sich für mehr als nur für Kalorien und Rezepte interessieren, also solche, die sich wirklich auf der Mailingliste eintragen und sogar hin und wieder reagieren oder mir einen Kommentar senden.

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